Geschrieben | Love, Kiss, Cliff


Love, Kiss, Cliff


Ein Nerd mit Schokoladenaugen, ein verletzlicher Draufgänger und ein Musiker mit rauchiger Stimme – wen wird sie lieben, wen küssen und wen über die Klippe stoßen?


An Ablenkung fehlt es Meredith nicht, als sie nach dem Tod ihrer Mutter in die Stadt zieht, die niemals schläft. Zwischen Sonnenaufgängen und Tänzen bei Kerzenschein versucht sie, ihrem Leben einen neuen Sinn zu geben. Doch das ist gar nicht so leicht, wenn ein totes Mädchen zwischen ihr und ihren Mitbewohnern steht und ihr Dad nach jahrelanger Funkstille versucht, eine Beziehung zu ihr aufzubauen. Wie kann sie da noch an die Liebe denken?




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»Bist du sicher, dass du alleine klarkommst?«, fragt der Mann, der mir so viel vertrauter sein sollte, als er es in Wahrheit ist. Ich gebe ihm die gleiche Antwort wie auch schon die fünfzig Mal zuvor. 
»Natürlich. Mir geht es gut.« Das ist zwar eine Lüge, aber das muss er ja nicht unbedingt wissen. Warum sollte ich ihn ausgerechnet jetzt an meinem Gefühlsleben teilhaben lassen? In den letzten neunzehn Jahren hatte er schließlich auch Wichtigeres zu tun. 
Wir halten vor einem großen, roten Backsteingebäude in der Wohngegend Morningside Heights im oberen Teil von Manhattan. Auf der Straße parken ein paar ältere Autos, die Bürgersteige sind voll mit jungen Menschen, die wahrscheinlich alle an der Columbia Universität studieren. 
Ich löse meinen Gurt, bevor mein Vater Gregory den Wagen überhaupt ausstellen kann. Ich kann es kaum erwarten, wieder allein zu sein. 
»Ich glaube nicht, dass ich hier einen Parkplatz finde.« Er zuckt entschuldigend die Achseln. 
»Macht nichts, Dad«, erwidere ich. Es fühlt sich immer noch komisch an, ihn so zu nennen.  
Ich öffne die Tür, um auszusteigen und mein Gepäck aus dem Kofferraum des Geländewagens zu holen. Er ist ausgestiegen, um mir dabei zu helfen. Mein Koffer ist riesig und schwer, weil ich so viele Erinnerungen hineingequetscht habe, dass ich am Flughafen auch noch jede Menge Geld für Übergepäck zahlen musste. Aber das war es mir wert, denn ich hätte es nicht verkraftet, etwas davon zurückzulassen. 
»Du meldest dich bei mir, wenn du etwas brauchst?« 
Ich schaue den Mann an, der mir so fremd ist. Auf alten Bildern trug er Shorts und T-Shirts, heute trägt er einen feinen Anzug und edle Schuhe. Alles an ihm ist so anders. Er wirkt so … wichtig.  
»Wir sehen uns doch in ein paar Tagen wieder«, erwidere ich und schaue zum Hauseingang, aus dem gerade eine Blondine mit weißen Shorts, High Heels und pinkem Top kommt. Instinktiv bete ich, es handle sich bei ihr nicht um Ash oder Jamie. Aber sie wirft mir nur einen kurzen Blick zu, bevor sie ihr Handy aus der Hosentasche zieht und sich Kopfhörer in die Ohren steckt. 
»Danke fürs Abholen.« Ich probiere ein Lächeln, das sich irgendwie falsch anfühlt. Dann deute ich auf die Autos, die sich hinter seinem allmählich aufstauen. »Du solltest jetzt besser fahren. Ich komme alleine klar.« 
»Bist du sicher?« Er runzelt besorgt die Stirn. 
Ich kann mir ein kurzes Schnauben nicht verkneifen. »Das habe ich die letzten Monate schließlich auch geschafft.« 
Am liebsten würde ich mir sofort auf die Zunge beißen, aber Dad hebt resignierend die Hände und beeilt sich, in sein Auto einzusteigen. Ich bin wohl nicht die Einzige, die sich an ein neues Familienmitglied gewöhnen muss.  
Ich schaue ihm nach und presse die Hand auf meinen Bauch, um mein schlechtes Gewissen zu beruhigen. Was erwartet er denn auch? Nach so langer Zeit werde ich ihm bestimmt nicht freudestrahlend um den Hals fallen. Dazu bedarf es schon mehr als ein paar netter Worte und eines Haufen Geldes. 
Seufzend ziehe ich die beiden Koffer hinter mir her und suche die richtigen Namen auf dem Klingelschild. Den Nachnamen nach zu urteilen werde ich nicht die einzige Ausländerin sein, die hier wohnt, und das erleichtert mich ungemein.  
Zwischen zahlreichen Namen entdecke ich sie schließlich: Parker/Williams. 
Mit schneller klopfendem Herzen drücke ich auf die Klingel und warte gespannt. Es summt und ich drücke die Tür auf. Sofort umfängt mich ein Schwall kalter Luft. Klimaanlage. Daran werde ich mich wohl erst noch gewöhnen müssen. 
Irgendwie schaffe ich es, meinen Koffer durch die Haustür zu ziehen, ohne dass die Tür wieder zufällt, und stehe in einem Treppenhaus, in dem sich glücklicherweise ein Aufzug befindet. Während ich auf den Fahrstuhl warte, ziehe ich den Zettel aus meiner Hosentasche, auf dem das Stockwerk und die Wohnungsnummer steht. 
Die Wohnung liegt im obersten Stockwerk des Gebäudes und hat eine eigene Küche und ein Bad. Meine beiden Mitbewohnerinnen Ash und Jamie müssen aus reichen Familien kommen, denn das Leben in New York City ist wahnsinnig teuer. Im Gegensatz zu ihnen muss ich mich erst noch daran gewöhnen, dass ich nun dem wohlhabenden Teil meiner Familie angehöre, denn plötzlich scheint es meinem Dad nicht mehr so schwerzufallen, mir ein mehr als großzügiges Taschengeld zu spendieren. 
Die Fahrstuhltüren gleiten auf und ich zerre meinen Koffer aus der engen Kabine. Dabei fahre ich mir mit den Rollen beinahe selbst über den Fuß und bleibe mehrfach hängen. 
Als ich das Lachen in meinem Rücken wahrnehme, höre ich auf, an meinem Koffer zu zerren und drehe mich ertappt um. Zwei Typen lehnen lässig gegen das Treppengeländer und beobachten meine Bemühungen. Der eine ist groß und muskulös, mit dunklem Haar und blauen Augen. Wenn ich tippen müsste, würde ich sagen, er ist ein Draufgänger. 
Der andere ist das komplette Gegenteil. Er hat braunes Haar und braune, sanfte Augen, die hinter einer großen, nerdigen Brille versteckt sind. Sein T-Shirt trägt die Aufschrift I don’t work here, die ich mit einem Stirnrunzeln zur Kenntnis nehme. 
In ihre beiden Gesichter steht die Überraschung geschrieben. 
»Stimmt was nicht?«, frage ich, als sie nichts sagen. Dann räuspert sich der Nerd. »Rose?« 
»Rose?«, wiederhole ich verwirrt. Was will er denn jetzt mit einer Rose? »Nein, danke.«
Erst im nächsten Moment geht mir auf, dass er mich scheinbar verwechselt. »Ich meine: nein, mein Name ist Meredith Jones. Ich bin neu hier.« 
Wenn das überhaupt möglich ist, sehen die beiden nun noch überraschter aus. Der Nerd schüttelt seine Erstarrung zuerst ab. Der Draufgänger blickt mich immer noch verwirrt an. 
»Das ist ein Scherz, oder?«, fragt er mit gerunzelter Stirn. Ich öffne den Mund, aber mir fällt nichts ein, was ich darauf erwidern könnte. 
Der Draufgänger schüttelt mit dem Kopf und stößt dem Nerd seinen Ellbogen in die Rippen, bevor er ihm etwas ins Ohr flüstert. Daraufhin schüttelt der Nerd sich, als würde er seinen Gedanken loswerden wollen und kommt auf mich zu. Sein Blick gleitet prüfend an mir herab. 
Ich verschränke unsicher die Arme vor der Brust. 
»Ich bin Jamie«, erklärt er. »Und das ist Ash. Herzlich Willkommen, Meredith.«


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Stefanie M. - Die Lesetante