Gelesen | Das Glück wächst nicht auf Bäumen - Wendy Wunder


Das Glück wächst nicht auf Bäumen


Kann man Leben lernen?



Hannah und Zoe sind schon immer beste Freundinnen gewesen. Als Zoe die kleine Heimatstadt in New Jersey verlassen will, folgt Hannah ihr sofort. Sie lassen alles hinter sich, während Zoe Hannah das Leben zeigt. Doch ihnen bleibt nicht mehr viel Zeit, denn Zoe ist krank.






Das Glück wächst nicht auf Bäumen ist definitiv eins der Bücher, von denen ich mir viel versprochen habe, die aber lange nicht mit meinen Erwartungen mithalten konnten.

Die Idee, die dahinter steckt, hätte eine großartige Geschichte über das Leben, Freundschaft und Glück werden können. Zoe leidet unter einer bipolaren Störung und als sie mit Hannah aufbricht, verschlechtert sich ihr Zustand immer weiter. Sie macht immer verrücktere Sachen und glaubt daran, dass Aliens auf der Suche nach ihr sind.

Die Protagonistin Hannah begleitet Zoe die meiste Zeit über. Leider ist ihr Charakter recht dumpf und schwach geblieben, so dass ich mich nun – ein paar Monate nach dem Lesen – kaum noch an sie erinnern konnte. Da ich das Buch in einer Leserunde gelesen habe, konnte ich natürlich unsere Diskussion nachvollziehen, die hauptsächlich ihre widersprüchlichen und teilweise wirklich unnachvollziehbaren Handlungen kritisiert hat und die Tatsache, dass man hinterher nicht erfährt, was wirklich aus ihr geworden ist.

Die Geschichte insgesamt war eher verworren und hätte dringend einen klaren, roten Faden gebraucht, um für mich zu funktionieren. Vielleicht war es so beabsichtigt, da auch Menschen mit einer bipolaren Störung oft keinen roten Faden mehr in ihrem Leben haben – aber ich finde, dadurch ist die Geschichte einfach nur anstrengend gewesen und am Ende war man froh, dass man das Buch beiseite legen konnte.

Das Ende war leider auch nicht wirklich überzeugend. Man wusste eigentlich schon relativ früh, was geschehen wird – was beim Lesen auch in Ordnung war, denn manche Dinge müssen unweigerlich kommen. Was mich jedoch am meisten gestört hat, war, dass kaum eine Frage vernünftig abgeschlossen wurde und man als Leser sehr unbefriedigt zurückgelassen wurde.

Von mir gibt es für Das Glück wächst nicht auf Bäumen keine Kaufempfehlung. Die Charaktere zu flach, die Story zu verworren und abgedreht und das Ende viel zu offen. Da helfen auch das süße Cover und der sympathische Nebencharakter Noah nicht mehr weiter!


Habt ihr das Buch schon gelesen? Wie hat es euch gefallen?

Alles Liebe,
eure Kim.



Infos zum Buch

Titel: Das Glück wächst nicht auf Bäumen (orig. The Museum of Intangible Things)
Autor: Wendy Wunder
Verlag: Goldmann
Erschienen: 2015
Seiten: 318 Seiten
ISBN: 9783442314003

Buchcover Bingo: Ein Cover mit einem Lebewesen



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Gelesen | Die Königin der Schatten - Erika Johansen

Die Königin der Schatten 


Die Krone gehört ihr - wenn sie bis dahin überlebt...


Kelsea Raleigh ist die Thronfolgerin, deren Reich Tearling in Schutt und Asche liegt. 19 Jahre hat man sie versteckt, weil ihr von allen Seiten Gefahr droht. Jetzt ist sie alt genug, um gekrönt zu werden und Tearling vor dem Einfluss der Mort zu retten. Aber schafft sie es überhaupt bis auf den Thron oder wird sie vorher schon sterben?


Die zwiegespaltenen Rezensionen deutscher Blogger haben mich dann endlich neugierig genug gemacht, um das Buch endlich zu lesen und es gibt so viel darüber zu erzählen, dass ich mich noch in meiner Bachelorarbeitspause sofort aufraffen musste, um eine Rezension zu schreiben. Den Drang habe ich bei den Büchern davor nicht verspürt, also muss das schon was heißen.

Aber zunächst einmal: Was habe ich überhaupt erwartet? Definitiv nicht das, was mir dieses Buch geliefert hat. Ich habe mit einer High-Fantasy-Geschichte mit weiblicher Protagonistin gerechnet, ein bisschen Throne of Glass, ein bisschen The Kiss of Deception vielleicht, aber bekommen habe ich eine Geschichte, die ich so noch nie gesehen habe. Lasst euch gewarnt sein: wenn ihr High Fantasy erwartet, werdet ihr vermutlich enttäuscht sein.

Das Setting, in dem diese Geschichte spielt, ist super interessant und ich hätte gerne mehr darüber erfahren. Die Tearling (also das Volk, über das Kelsea bald herrschen soll) entstammt einem Teil der Menschheit, der auf eine neue Landmasse übergesiedelt ist, die sich plötzlich aus dem Meer erhoben hat und das zu einer Zeit, in der es Harry Potter und Haarfarbe schon gab. Und hier beginnen die ersten Logiklücken, die mich teilweise stark gestört haben. Wieso siedeln diese Menschen mit Schiffen über, obwohl sie offensichtlich nicht einmal wussten, ob es wirklich ein neues Land gibt (Hallo Kartografie, hallo GPS, hallo Flugzeuge). Zufällig geraten die Schiffe dabei in einen Sturm und ausgerechnet das Schiff mit dem gesamten medizinischen Equipment und den einzigen Ärzten geht unter. Keiner kann gerettet werden, also gibt es im gesamten Tearreich keine Medizin. Auch nach 400 Jahren nicht, weil offensichtlich keiner der Bewohner irgendeinen Drang dazu verspürt irgendetwas zu erforschen oder auf das Wissen zurückzugreifen, dass man aus Amerika mitgebracht hat…

Abgesehen davon ist die Idee, ein mittelalterliches Setting mit moderner Sprache und moderneren Ansichten zu paaren ganz okay gelungen. Manchmal war ich so tief drin, dass mich Worte wie „Scheiße“ oder „Harry Potter“ aus dem Lesefluss gerissen haben und ich mir in Erinnerung rufen musste, wo die Tearling herkommen. Das liegt aber vor allem daran, dass der Bezug zum Leben vor der Überfahrt so gut wie gar nicht vorkommt und wenn dann eher in so „banalen“ Dingen wie Haarfarbe und Vergleichen mit Taschenrechnern und Computern.

Aber genug vom Setting – ihr könnt euch denken, dass ich noch eine Weile so weitermachen könnte. Was mir dagegen wirklich gut gefallen hat, war die Ausführlichkeit der Beschreibungen, die mir das Gefühl gaben, wirklich in Tearling zu sein. Kelsea ist eine sehr aufmerksame, intelligente Protagonistin, die den Leser an ihren Gedanken teilhaben lässt, die auch in den meisten Fällen wirklich intelligent sind. Manchmal passieren ihr dann zwar Ausrutscher, bei denen man nur laut lachend mit dem Kopf schütteln kann (z.B. wenn sie eine etwas ältere Adlige dafür verurteilt, dass diese versucht, immer noch hübsch auszusehen oder wenn sie eine Frau für ihre Schönheit beneidet, obwohl ausgerechnet diese Schönheit dafür gesorgt hat, dass ihr Onkel sie als persönliche Hure hielt und misshandelt hat…), aber im Großen und Ganzen hat es wirklich Spaß gemacht, Kelsea durch die Geschichte zu folgen.

Sie ist eine starke Königin, trifft manche Entscheidungen, die nicht wirklich intelligent sind, aber vielleicht ist das auch ihre Stärke – das sie sofort das tut, was sie für richtig hält und nicht erst über die ganzen Konsequenzen nachdenkt, die das mit sich tragen könnte.

Ihr Berater am Hof ist Mace, der Leiter der Königinnen-Garde. Er bevormundet sie häufig, was mir nicht so gut gefallen hat, denn normalerweise gibt man einer Herrscherin doch keine Widerworte, wenn sie einen Befehl ausspricht. Auch der Rest der Königinnen-Garde hat sich nicht immer seiner Rolle entsprechend verhalten, was ich beim Lesen zwar nicht so wild fand, aber als ich hinterher darüber nachgedacht habe, hat es sich zu dem Haufen an Logikfehlern geschlichen.

Ein richtiges Love Interest gibt es übrigens nicht. Da ist zwar jemand, den alle nur den Fetch nennen und den Kelsea ziemlich toll findet (was eigentlich keinen richtigen Grund hat, außer sein gutes Aussehen, wenn ich so darüber nachdenke), aber Kelsea hat gar keine Zeit, um sich mit irgendwem einzulassen bei all den Regierungsangelegenheiten, die sie mit ihrer ersten Amtshandlung losgetreten hat. In manchen Büchern vermisse ich ein Love Interest, aber hier war die Handlung spannend und interessant genug, dass es mich nicht im Geringsten gestört hat.

Damit komme ich auch schon zum nächsten Punkt, den ich unbedingt ansprechen möchte: die Handlung und was ich so interessant daran fand. Das Buch ist aufgeteilt in drei große Teile, davon ist der erste die Reise zur Burg, im zweiten beginnt Kelsea mit ihrer Herrschaft und im dritten gibt es dann noch mal eine Reise, die dieses Mal mehr actiongeladen ist.

Kelsea hat ziemlich viele Gegner, von denen keiner sie mit der Krone sehen möchte. Dazu gehört ihr Onkel, der aktuell „herrscht“, die Rote Königin der Mort (das hat mich total irritiert, dass sie auch die Rote Königin heißt – dabei musste ich ständig an das gleichnamige Buch denken, was ja etwa zur gleichen Zeit erschienen ist) und noch so ein paar andere im Volk, darunter der Arvath, der Zensus und die Caden... Attentate auf ihr Leben stehen also an der Tagesordnung, doch etwa in der Mitte des Buches entdeckt Kelsea dann etwas über sich, was ihr hilft, sich auch ohne die Königinnen-Garde zu verteidigen. Was das ist, verrate ich natürlich nicht – ich sage euch nur, dass mir das gut gefallen hat und ich gespannt bin, wie es sich auf den Kampf gegen die Rote Königin auswirken wird.

Die Handlung im ersten Teil ist trotzdem nicht stark actiongeladen, sondern beinhaltet sehr viel Beschreibungen, sehr viel Kennenlernen der Welt und viele Diskussionen was politische Belange angeht. Der Einblick in Außenpolitik und Innenpolitik hat mir übrigens sehr gut gefallen. Hier haben wir endlich mal eine Dystopie, die nicht mit einem Widerstand anfängt und aufhört, wenn das aktuelle Regime gestürzt ist, sondern eine Dystopie, die dem Leser zeigt, wie man ein Reich wieder aufbaut, nachdem es vollkommen in sich zusammen gestürzt ist. Während des Lesens habe ich mir häufig Gedanken dazu gemacht, wie ich gehandelt hätte und an welcher Stelle ich angefangen hätte und fand es toll, dass man nicht vor vollendete Tatsachen gestellt wurde, sondern die Entscheidungstreffung quasi „live“ miterleben konnte.

Ihr seht – ich bin nicht wirklich zufrieden, da es viel zu viele Logiklücken gab und zu viele Dinge unklar geblieben sind, aber trotzdem fand ich Die Königin der Schatten ziemlich spannend und habe das Lesen wirklich genossen. Ich spiele jetzt schon mit dem Gedanken, mir den zweiten Teil auf englisch zu holen, um sofort weiterlesen zu können. Teil 1 soll übrigens mit Emma Watson in der Hauptrolle verfilmt werden – ich hoffe, bei der Verfilmung achten sie auf Logiklücken, dann könnte das ein ziemlich genialer Film werden.

Fazit also: Wenn ihr ohne Erwartungen oder mit dem Wissen in diese Geschichte geht, das es sich nicht um High Fantasy, sondern eine etwas andere Dystopie handelt, könntet ihr diese Geschichte mögen. Die Handlung ein bisschen ruhiger, aber dafür sehr detailgetreu gefällt nicht allen, aber ich glaube, Die Königin der Schatten ist echt ein Buch, das jeder für sich selbst entdecken muss.
Hast du das Buch schon gelesen? Wie hat es dir gefallen?


Alles Liebe,
eure Kim.



Infos zum Buch

Titel: Die Königin der Schatten (orig. The Queen of the Tearling)
Autor: Erika Johansen
Verlag: Heyne
Erschienen: 2015
Seiten: 544 Seiten
ISBN: 9783453315860

Bücher Bingo: Dunkles Cover


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Gedacht | Wieder da mit aufregenden Neuigkeiten und einem riesigen Bucheinkauf!

Hallo ihr Lieben!

Ich bin aus dem Urlaub zurück und habe mich endlich genug erholt, um wieder voll ins Blogbusiness einsteigen zu können. Die letzten drei Monate liefen ja eher so naja bis gar nicht, aber jetzt, meine Lieben, habe ich endlich wieder Zeit und Muße. Da dachte ich mir, wieso starte ich den Monat nicht mal mit einem Reiserückblick und meinen Neuzugängen im letzten Monat.

Ihr dürft ganz gespannt lesen, was mir im Urlaub Tolles passiert ist. <3 Oder aber ihr scrollt gleich weiter nach unten, um euch die Neuzugänge anzuschauen. (Die Fotos haben wir übrigens alle mit der GoPro Action Cam gemacht, weil wir die schwere Spiegelreflex nicht mitschleppen wollten.)

Ein Urlaub voller Erinnerungen


Am 14. September ging es endlich los. Abgegeben waren alle Uni-Arbeiten und Texte für das Schreibmeer-Magazin, der Rest vom Online-Business ist leider auf der Strecke geblieben, aber das verzeiht ihr mir sicher.
Unser Flug ging leider erst nachmittags nach Dublin, doch wir haben trotzdem noch einen Bus nach Galway bekommen, was auf der anderen Seite der grünen Insel liegt. Dort haben wir die Nacht in einem super süßen Bed & Breakfast verbracht und uns am Morgen erstmal den Bauch mit irischem Frühstück vollgeschlagen. Kein Wunder, dass die Männer dort alle so viel Kraft haben - bei so viel Proteinen zum Frühstück.



Von Galway aus ging es dann weiter nach Doolin, ein malerisches Dorf oberhalb der Cliffs of Moher. Dort haben wir unser Zelt zum ersten Mal aufgeschlagen und einen wunderschönen Abend bei Sonnenschein und Wellengang am Meer verbracht.



Der nächste Morgen hat uns dann auf die Insel Inis Mor geführt, die mir auf dem Buch "Glückliche Menschen küssen auch im Regen" von Agnès Martin-Lugand noch sehr positiv in Erinnerung geblieben ist. Der Ausflug hat sich wirklich gelohnt. Unterwegs haben wir Delfine gesehen und auf unserer Wanderung später auch noch Seelöwen. Die Wanderung hat uns einmal quer über die Insel geführt, bis zu den Dún Aonghasa, von denen die Charaktere aus dem oben genannten Buch hinunterschauen. Das haben wir auch gemacht und dabei ist ein wundervolles Video entstanden, das allen mit Höhenangst eine Gänsehaut über den Rücken jagt. 



Am nächsten Morgen haben wir die Zeit vor der Abfahrt der Fähre genutzt, um uns in dem kleinen Örtchen noch etwas umzusehen. In einem Geschäft habe ich einen super süßen Ring entdeckt, der mir aber eigentlich viel zu teuer war. Jens (also mein Freund) hat ihn trotzdem gekauft, um ihn mir irgendwann einmal als Erinnerung an den Urlaub zu schenken.



Gegen Mittag haben wir dann wieder Doolin erreicht und sind von dort aus die Cliffs of Moher entlang gewandert. War das anstrengend mit so viel Gepäck, aber mein Gott, die Aussicht war einfach der Wahnsinn. Die Bilder können gar nicht beschreiben, wie wunderschön es dort war und wie sehr die Schönheit der Natur einen Menschen wirklich berühren kann.



Jens ist immer wieder stehen geblieben, um Fotos zu machen, während ich schon voraus gegangen bin, um die Steigungen hinter mich zu bringen. Aber dann hat er mich irgendwann zurückgerufen, weil der Ausblick so genial war. Zuerst wollte ich gar nicht zurückgehen, weil ich schon so weit hochgekommen war mit diesem schweren Rucksack, aber dann habe ich ihn einfach abgelegt und bin zu ihm gegangen. Der Ausblick war wirklich der Hammer. Man konnte einen großen Teil der Cliffs sehen. Wir haben uns dort hingesetzt und ein paar Fotos geschossen.



Und dann hat er plötzlich den Ring hervorgezogen, den er am Morgen noch gekauft hat und hat mich gefragt, ob ich ihn heiraten möchte. Für ihn ist nichts nach Plan gelaufen, weil der richtige Ring vor dem Urlaub noch nicht da war und er vor Aufregung vergessen hat, was er eigentlich sagen wollte, aber der Moment hätte nicht perfekter sein können.



Natürlich habe ich ja gesagt. ;)

Nach der Wanderung sind wir über Limerick weiter nach Killarney, wo wir ein weiteres Mal unser Zelt aufgeschlagen haben. Von dort aus haben wir am nächsten Morgen die Tour über den Ring of Kerry gestartet. Zu Fuß, meine Lieben! Und ich kann euch sagen, dass wir am Abend genug Abenteuer erlebt haben, um für mehrere Urlaube zu reichen.



Der Start der Wanderung war wunderschön. Es ging durch den Nationalpark, einen Wasserfall hinauf und durch die Berge (Ja, Irland hat ziemlich viele Berge - hätte ich das vorher gewusst, hätte ich mehr Protest angebracht!), bis wir ins nächste Tal kamen. Gegen Nachmittag waren wir dann schon ziemlich erledigt, aber da wir ja einen ziemlich guten Plan gemacht haben, waren wir auch noch nicht bereit aufzugeben.



Tja, hätten wir das mal gemacht. Wir sind natürlich am letzten Hostel vorbeigelaufen, um die restlichen zehn Kilometer auch noch zu laufen ("Das schaffen wir jetzt auch noch" - Kims Kommentar) und sind - schwupps - im Black Valley (welches wir jetzt liebevoll Death Valley schimpfen) angelangt, in dem es ununterbrochen geregnet hat. Die Wege waren unmöglich zu begehen, weil sie über Schafswiesen und Felder geführt haben, in denen das Wasser noch vom Regen stand. Vor unserem Ziel stand dann noch eine weitere Bergkuppe, die wir im Anbruch der Abenddämmerung in einem Wahnsinnstempo bestiegen haben, aus Angst, dass wir sonst im Dunkeln auf dem Berg sitzen. Auf der anderen Seite sah es nicht besser aus, weit und breit kein Haus zu sehen und die Felder viel zu nass, um ein Zelt aufzuschlagen. Also sind wir natürlich losgespurtet, um noch irgendwie im Hellen die Schafswiesen zu verlassen und wenigstens auf einer Straße weiterzulaufen.

Wir haben es gerade so geschafft und das sogar, ohne uns die Knochen dabei zu brechen. 33km in 13 Stunden über jeden verdammten Berg. Ich glaube, die Schafe haben sich amüsiert.



Der nächste Tag war dann etwas besser. Wenn wir nicht mitten im Nirgendwo ausgekommen wären (wo wir ein wunderschönes B&B gefunden haben), hätten wir die Tour sofort abgebrochen und wären mit dem Bus weitergereist, aber so mussten wir bis zum nächsten Ort laufen, der 24 Kilometer entfernt lag. Es hat den ganzen Tag geregnet. Wenigstens waren es dieses Mal weniger Berge und weniger Schafswiesen.

Trotzdem haben wir die Tour am Morgen abgebrochen und sind zurück nach Killarney gefahren, von wo aus wir in den folgenden Tagen einige Tagestouren gemacht haben.



Mit dabei waren das Muckross House, in dem Queen Victoria zwei Tage lang zu Besuch gewesen ist. Darauf hat sich die Herrschaftsfamilie schon sechs (!) Jahre zuvor vorbereitet und während der Vorbereitungen so viel Geld ausgegeben, dass nach ihrem Besuch der Ruin bevorstand. Eigentlich hat sich die Familie erhofft, adelig gesprochen zu werden, aber da Queen Victorias Mann kurz darauf verstorben ist und sie mehrere Jahre lang unter Depressionen gelitten hat, wurde die Familie schlicht und einfach vergessen. Shit happens.



Außerdem haben wir Ross Castle besucht, aber nur von außen betrachtet, bevor wir die umliegende Gegend erkundet haben. Da gibt es einen Fleck auf der Karte, der heißt "O' Donaghue's Library", aber fallt nicht darauf hinein. Der Fleck heißt nur so, weil dort angeblich Steine in Form von Büchern liegen. Weit und breit keine Bibliothek in Sicht.

Wir haben auch den Ort und seine Buchhandlungen erkundet. Killarney ist wirklich wunderschön und ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Ein weiteres Highlight war auf jeden Fall die Dingle-Bustour, mit der wir dann doch noch den Ort erkunden konnten, den wir vorher von unseren Plänen gestrichen haben.



Dingle ist dafür bekannt, dass dort schon seit mehreren Jahren ein Delfin im Hafenbecken lebt und jedes Schiff begleitet. Die verkaufen dort Touren, um ihn zu sehen und sollte er mal nicht auftauchen, bekommt man sein Geld zurück. Ist das schon krank oder ist das noch in Ordnung? Ich bin mir selbst nicht sicher, was ich davon halten soll. Dingle an sich ist aber auch ein hübscher kleiner Ort mit einer Eisdiele, in der es das beste Schokoladeneis gibt, dass ich je gegessen habe.



Von Killarney aus ging es dann zurück nach Dublin. Dort sind wir drei Nächte geblieben und haben die Stadt zu Fuß erkundet. Ich bin mir nach wie vor nicht sicher, ob die Stadt wirklich so hektisch ist oder ob es mir nur so vorkam, weil wir die Wochen davon immer in der Natur gewesen sind, aber Dublin war leider nicht das Highlight unserer Reise.



Am ersten vollen Tag haben wir die Sehenswürdigkeiten der Stadt abgeklappert und am Nachmittag den riesigen Buchhandel Chapters besucht, wo wir bestimmt zwei Stunden verbracht haben (Welche Bücher ich gekauft habe, seht ihr weiter unten).


Den zweiten Tag haben wir die anderen Sehenswürdigkeiten, allen voran das Trinity College, besucht und am Nachmittag eine Tour durch das Guinness Storehaus gemacht, die wirklich cool gewesen ist. Ich bin zwar kein richtiger Biertrinker, aber es war trotzdem super interessant und das Irish Stew, das wir dort gegessen haben, war wohl eins der besten Gerichte, die wir in diesem Urlaub probieren durften. Der perfekte Ausklang eines wunderbaren Urlaubs also.


Insgesamt sind wir bestimmt über 120km gelaufen und haben einige Strecken mit dem Bus zurückgelegt. Unsere Highlights waren Doolin, Inis Mor und die Cliffs of Moher und das nicht nur, weil sich dort unser Beziehungsstatus zu verlobt geändert hat. ;) Zelten und das Reisen mit Rucksäcken hat uns super viel Spaß gemacht und wir haben viele tolle Leute kennengelernt. Dass die Iren ein wunderbares, nettes Volk sind hat sich also bewahrheitet. Mit dem Wetter haben wir wahrscheinlich einfach nur Glück gehabt (15 von 16 Tagen Sonnenschein - das muss man erstmal schaffen) oder jemand da oben hat sich über unser Beziehungsglück genauso sehr gefreut wie wir. ;)


Wenn ihr überlegt, ob Irland ein Land für euch sein könnte, dann nichts wie hin! Es lohnt sich!

10kg Handgepäck oder 38 Bücher und ein Film


Natürlich musste ich auch bei Chapters einkaufen. Der Buchladen ist ja quasi bekannt für seine riesige Second-Hand-Abteilung und die super Angebotspreise im unteren Geschoss. Ich bin aus dem Staunen nicht mehr rausgekommen und habe Reihe für Reihe abgeklappert, um nach Büchern zu suchen, die auf meiner WuLi standen. Jens hat ganz brav Bücher getragen und vermutlich Höllenqualen durchstanden (der Arme) - aber es hat sich gelohnt. Hier sind die ganzen Bücher, die bei mir einziehen durften (und Filou, der dringend Aufmerksamkeit haben wollte).

- Halo / Hades / Heaven von Alexandra Adornetto
- Under the Never Sky / Through the Ever-Night / Into the Still Blue von Veronica Rossi
- Legend / Prodigy / Champion von Marie Lu
- Die for Me / Until I Die / If I Should Die von Amy Plum (gut versteckt hinter Filou)
- Fractured von Terri Terry
- End of Days von Susan Ee
- Red Queen von Victoria Aveyard
- Endlessly von Kirsten White
- Magic Study / Fire Study von Maria V. Snyder
- I Am Number Four / The Power of Six von Pittacus Lore
- 172 Hours on the Moon von Johan Harstad
- Mr Penumbras 24-Hour Bookstore von Robin Sloan
- The Future of Us von Jay Asher
- Elixir von Hilary Duff
- Vicious von V. E. Schwab
- I'd Tell You I Love You, But Then I'd Have to Kill You von Ally Carter
- This Song Will Save Your Life von Leila Sales
- Talon von Julie Kagawa
- The 100: Homecoming von Kass Morgan
- The Indigo Spell von Richelle Mead
- Beautiful Disaster von Jamie McGuire
- Black Heart Blue von Louisa Reid
- The Replacement von Brenna Yovanoff
- Gone Girl von Gillian Flynn
- Forgive Me, Leonard Peacock von Matthew Quick
- Young World von Chris Weitz
- This House is Haunted von John Boyne

Nicht im Bild:

- The Martian von Andy Weir (schon gelesen und für super befunden!)
- The Kite Runner (Verfilmung vom gleichnamigen Buch von Khaled Hosseini)

Insgesamt habe ich nicht mehr als 5 Euro pro Buch ausgegeben und die meisten der Bücher sind noch neu. Es ist zwar verrückt, aber wenn man einen supergünstigen Flug nach Dublin bekommt (via Ryanair z.B.) und nur mit geringem Handgepäck fliegt (bei Ryanair darf man zehn Kilo mit ins Flugzeug nehmen. Meine Bücher haben insgesamt ungefähr elf Kilo gewogen), sind die Bücher immer noch günstiger als über Internethändler wie Amazon (und man hat noch dazu eine tolle Stadt kennengelernt!). Soll nicht heißen, dass ich jetzt immer zum Bücher kaufen rüber fliege, aber eine Option wäre es...dumdidum...

Und so geht's hier weiter


So allmählich kommt wieder Normalität in mein Leben und ich habe echt jede Menge aufzuholen. Es stehen fast 15 Rezensionen aus und jede Menge Kapitel für "Love, Kiss, Cliff". Dort geht es morgen auch endlich weiter. Und dann habe ich ja auch noch ein paar andere Dinge für euch geplant, die ihr in diesem Artikel findet.

Wie waren eure letzten Wochen? Fahrt ihr zur Buchmesse?

Alles Liebe,

eure Kim. <3